Unsere Antwort zum SZ-Artikel: Papst zur CO2-Kompensation

"Vermeiden – Reduzieren – Ausgleichen“ – Unsere Antwort auf die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Papst: CO₂-Kompensation für Flugreisen ist Heuchelei“ vom 4. Februar 2017

Die Klima-Kollekte begrüßt die Diskussion über die Rolle des Flugverkehrs für den Klimaschutz, die Papst Franziskus mit einer Rede anlässlich eines Kongresses der Fokolar-Bewegung am vergangenen Samstag, den 4. Februar 2017 angestoßen hat. Rund 1.000 Vertreter der Initiative „Wirtschaft in Gemeinschaft“ nahmen an dem Treffen mit dem Papst in der Audienzhalle des Vatikans teil.

Im Rahmen des Treffens forderte Franziskus unter anderem ein Wirtschaftssystem, das die Zahl der Opfer nicht nur verringere, sondern erst gar keine Opfer hervorbringe. Die Süddeutsche Zeitung titelte in einem Beitrag ihrer Online-Ausgabe daraufhin zugespitzt, dass der Papst CO-Kompensation für Flugreisen als Heuchelei kritisiere, wenn „mit einem Bruchteil der Summe des Ticketpreises dann Bäume gepflanzt werden“, um den angerichteten Schaden des Fluges zu kompensieren.

Die Äußerungen des Papstes und die anschließende Berichterstattung haben aus Sicht der Klima-Kollekte eine wichtige Debatte angestoßen: Der Ausgleich von klimaschädlichen Emissionen kann nicht die alleinige Lösung sein. Vielmehr sollte der Dreiklang „Vermeiden – Reduzieren – Ausgleichen“ Beachtung finden. Uneingeschränktes Fliegen verbunden mit der Leistung von Kompensationszahlungen kann und sollte nicht die Lösung sein.

Seit ihrer Gründung verfolgt die Klima-Kollekte diese Maßgabe und setzt sich dafür ein, zuerst alles zu versuchen, den Klimaschaden durch den Ausstoß von CO2-Emissionen des Flugverkehrs und darüber hinaus zu vermeiden. Die Motivation sollte in jedem Fall sein, zunächst den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren und nicht nur die entstandenen Emissionen durch Klimaschutzprojekte auszugleichen. Jedoch können nicht alle Emissionen direkt eingespart oder vermieden werden. Dafür bieten wir Klimaschutzprojekte in Ländern des globalen Südens an, die CO2-Einsparungen mit einer nachhaltigen Entwicklung und Armutsbekämpfung vor Ort für die Menschen verknüpfen. Diese Verbindung kann tatsächlich nicht durch „einen Bruchteil der Summe des Ticketpreises“ gewährleistet werden. Deshalb hat sich die Klima-Kollekte für qualitativ hochwertige Kompensationszertifikate zu einem Einzelpreis von 23 Euro pro Tonne CO2 entschieden, die damit deutlich über dem durchschnittlichen Marktpreis liegen. Die Klima-Kollekte investiert das Geld in qualitativ hochwertige Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern, die eine nachhaltige und armutsreduzierende Entwicklung vor Ort fördern. Das ist in unseren Augen ein wichtiger Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit.
 
Berlin, 9. Februar 2017
 
Ansprechpartnerin:
 
Vera Bünte
Referentin für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
 
Klima-Kollekte - Kirchlicher Kompensationsfonds gGmbH
Caroline-Michaelis-Str. 1
10115 Berlin
Telefon: +49 30 65211-4001
buente@klima-kollekte.de
 
 
 

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