Einblicke aus Bangladesch: Wie saubere Kochherde Klima und Lebensqualität verbessern
Wie können Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel gleichzeitig gelingen? Dieser Frage widmete sich unser Webinar zu den „Sauberen Herden in Bangladesch“.
Den Einstieg übernahm Lea Morgenstern von Brot für die Welt. Sie stellte die Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Christian Commission for Development in Bangladesh (CCDB) vor und betonte die langjährige Partnerschaft, die die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung gemeinsamer Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte bildet. Anschließend berichtete Foezullah Talukder im Interview mit Katharina Bredigkeit aus der praktischen Projektarbeit vor Ort.
Im Gespräch mit Katharina Bredigkeit erläuterte Foezullah Talukder, wie die heutigen Kochherde gemeinsam mit den Gemeinden entwickelt wurden. Die traditionellen Kochstellen verursachten viel Rauch und belasteten die Gesundheit der Familien. Gleichzeitig mussten die Herde den besonderen Bedingungen im Küstendelta standhalten: Sie sollten bei Naturkatastrophen transportabel sein, mit unterschiedlichen Brennstoffen funktionieren und den Bedarf der Familien nach dem Kochen mit mehreren Töpfen erfüllen.
Bis zur heutigen Version wurden insgesamt 17 Prototypen entwickelt. Das Ergebnis ist ein effizienter, tragbarer Zwei-Flammen-Herd, der den Bedürfnissen der Menschen vor Ort gerecht wird.
Besonders eindrücklich waren die Berichte über die Veränderungen im Alltag der Familien. Durch die deutlich geringere Rauchentwicklung bleiben die Küchen sauberer und gesundheitliche Belastungen nehmen ab. Gleichzeitig benötigen die Familien weniger Brennmaterial, wodurch Frauen und Mütter weniger Zeit für das Sammeln von Feuerholz aufwenden müssen. Die gewonnene Zeit kann für Bildung oder zusätzliche Einkommensmöglichkeiten genutzt werden. So berichtete Foezullah Talukder von einer Frau, die die freie Zeit nutzt, um Kinder in ihrer Gemeinde kostenlos zu unterrichten.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Projekts ist die aktive Beteiligung der Bevölkerung. Die Familien beteiligen sich an den Kosten der Herde und erhalten zudem einen Anteil der Erlöse aus den generierten CO₂-Zertifikaten. Dies stärkt die Identifikation mit dem Projekt und fördert die langfristige Nutzung der Herde. Darüber hinaus schafft das Projekt Arbeitsmöglichkeiten, etwa bei der Datenerhebung und der Herstellung der Kochherde.
Deutlich wurde im Webinar auch: Klimaschutz und Klimaanpassung dürfen nicht getrennt gedacht werden. Die sauberen Kochherde reduzieren Treibhausgasemissionen, schützen natürliche Ressourcen und verbessern gleichzeitig die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Damit zeigen sie beispielhaft, wie wirksame Klimaprojekte mehrfachen Nutzen schaffen können.
Wir danken Foezullah Talukder und dem Team von CCDB herzlich für die spannenden Einblicke sowie allen Teilnehmenden für ihr Interesse und die vielen Fragen.
Hier geht es zum Projekt von CCDB.
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