Kochen mit Biogas
FairClimateFund

Erneuerbare Energien mit Biogas in Kolar, Indien

Situation in der Region

Im Distrikt Kolar, im Süden von Indien in einer halbtrockenen Region, sowie in den nordindischen Distrikten Almora, Bageshwar, Udham, Singh Nagar und Nainitalin sind Holzressourcen sehr knapp. Für die meisten der dort lebenden Bevölkerung stellt Holz den Hauptbrennstoff dar, denn die Familien befeuern die traditionellen, ineffizienten Öfen mit Brennholz. Beim Kochen in den Haushalten sind die Familien dabei einer starken Rauchbelastung ausgesetzt, die die Atemwege angreift und die Augen reizt. Die ständige Nachfrage nach Brennholz führt außerdem zu einer steigenden Entwaldung, d.h., dass der große Waldflächen bereits gerodet wurden.

Die fortschreitende Abholzung zwingt Frauen, die traditionell für das Sammeln von Holz zuständig sind, dazu, immer längere Strecken zurückzulegen, um Feuerholz zu finden. Dadurch werden sie zunehmend Gefahren ausgesetzt.

Vor 25 Jahren hat sich mit Unterstützung von Agricultural Development and Training Society (ADATS) in Kolar die Organisation Bagepalli Coolie Sangha (BCS) gegründet, die aus größtenteils ärmeren Kleinbäuer:innen sowie Beschäftigten der Landwirtschaft besteht. In 915 Dörfern bilden 38.615 Familien sogenannte Coolie Sangha Einheiten. Im Rahmen des Klimaschutzprojektes plant ADATS, Partnerorganisation von Brot für die Welt, zusammen mit der Coolie Sangha Biogasanlagen in der Größe von rund 2m³ für die Familien im ländlichen Raum.

Auch in Nordindien werden in Zusammenarbeit von ADATS und den lokalen nicht Regierungsorganisationen Society for Upliftment of Villagers & Development of Himalayan Areas (SUVIDHA), NavNirmanSamiti (NNS) und SanjeevaniVikasEvam Jan KalyanSamiti (Sanjeevani) 12,000 Energie effiziente Kochherde und 10,000 Biogasanlagen für lokale Haushalte geplant.

Vorteile der Biogasanlagen

Die Projektaktivität umfasst die Installation von Biogasanlagen (Vergärer) mit jeweils 2 m³ Fassungsvermögen für Einzelhaushalte der Distrikte. Die Biogaseinheiten werden mit Rinderdung gespeist, der in den Haushalten anfällt. Die Biogaskochstellen ersetzen die traditionellen Holzfeuerstellen, die für Koch- und Heizzwecke verwendet wurden.

Die Vorteile der Biogasanlagen sind vielfältig. Frauen, insbesondere in Kolar, profitieren enorm von diesen Anlagen, da ihnen das anstrengende und zeitraubende Sammeln von Holz erspart bleibt. Durch die Nutzung von Biogas sparen die Familien Geld, da sie nicht mehr auf teures Kerosin zurückgreifen müssen, falls nicht genügend Brennholz gesammelt werden kann. Zudem verbessert sich der Zugang zu Energie erheblich.

Außerdem wird Zeit eingespart, da Familien mit Biogas dreimal so effizient kochen und auch das Säubern der Töpfe schneller gelingt, die weniger verrußt sind. So nutzen die Frauen die gewonnene Zeit für wirtschaftliche Tätigkeiten oder die Betreuung ihrer Kinder.

Ram Esteves und seine Kolleg:innen bei ADATS berichten, dass sich die Gesundheit der ansässigen Familien verbessert, denn die Luftverschmutzung durch Rußpartikel wird reduziert, wie auch die Krankheitsbelastung durch die Bakterien im Kuhdung. Auch die Verbrennungen von Frauen und Kindern an offenen Kochstellen werden weniger. Die organischen Abfälle, die sonst im Grundwasser landen, werden jetzt für die Biogasanlagen genutzt. Dies führt auch zu einer nachgewiesenen Verbesserung der Wasserqualität. Als Nebenprodukt der Biogasanlagen entsteht zudem ein nährstoffreicher Dünger, den die Familien statt chemischen Düngemitteln für die Felder nutzen. Hierdurch verbessern sich die Bodenqualität und damit auch die landwirtschaftlichen Erträge in der Projektregion. Zusätzlich sparen die Familien das Geld, das sie bisher für Düngemittel ausgegeben haben. Der Einsatz von Biogas führt zu einer sinkenden Nachfrage nach Brennholz und trägt maßgeblich zur Erhaltung der Wälder bei. Außerdem schafft das Projekt Beschäftigungsmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung, da der Bau und die Wartung vor Ort vorgenommen werden.

Das Klimaschutzprojekte leistet einen Beitrag zur sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklung für die lokalen Gemeinschaften in Kolar. Familien, die ihre traditionellen Kochherde durch Biogas ersetzen, berichten von vielen Vorteilen.

“Getting biogas at home was one of the best decisions I have made. Not only has it improved the quality of our life, but it has also helped me get closer to people and their needs.” -Shantamma, Saddapalli village

Deutsche Übersetzung: „Biogas zu Hause zu haben, war eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe. Es hat nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern mir auch geholfen, den Menschen und ihren Bedürfnissen näher zu kommen.

Wie funktioniert eine Biogasanlage?

Die Biogasanlage besteht aus einem Faulbehälter mit Gasraum. Das kuppelförmige Gebilde wird aus Ziegeln gemauert und verfügt über eine Öffnung, durch die Familien die organischen Abfälle (z.B. Kuhdung) einfüllen. So ist es möglich, Abfälle, die biologisch abbaubar sind, in der Biogasanlage zu verwerten, denn durch die Vergärung des biologischen Materials wird Biogas gewonnen. Das leichte Gas steigt innerhalb der 2 m3 großen Anlage nach oben in den Gasraum, wird gespeichert und bei Abruf von dort zu den Gaskochern in die Haushalte geleitet. Die Anlagen werden ausschließlich aus lokalen Materialien gefertigt, die eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr haben, und sind damit kostengünstig und nachhaltig.

Wie funktionieren Energieeffiziente Herde?
Bei den im Projekt eingesetzten Herden handelt es sich um einbrenner Kochherde, die eine umweltfreundlichere Alternative zu den traditionellen Lehm- und Steinöfen darstellen. Sie sparen bis zu 65 % Brennstoff ein und vermeiden somit schädliche Emissionen. 

Im Gold Standard Register können Sie die stillgelegten Zertifikate transparent einsehen und erhalten einen Überblick über die Klima- und Entwicklungswirkungen des zertifizierten Projekts:

 https://registry.goldstandard.org/projects/details/697

https://registry.goldstandard.org/projects/details/1182

https://registry.goldstandard.org/projects/details/687

 

 

 

 

Venkatalaxmamma von Agricultural Development and Training Society (ADATS) erzählt, wie die Biogasanlage ihr Leben verändert hat

"Früher mussten wir alle Feuerholz holen und auf einem offenen Feuerofen kochen. Jetzt brauchen wir überhaupt kein Feuerholz mehr zu holen. Das Kochen geht so schnell; die Kinder müssen nicht mehr auf einen Snack oder eine Mahlzeit warten. Unsere Gefäße werden nicht schwarz; alles ist so sauber. Es gibt überhaupt keinen Rauch mehr; unsere Gesundheit hat sich wirklich verbessert."

- Venkatalaxmamma, Agricultural Development and Training Society (ADATS)

Projektland

Indien

Projektart

erneuerbare Energien

Beitrag zu den SDG

Unser Partner

Agricultural Development and Training Society (ADATS) ist eine indische Nichtregierungsorganisation (NGO), die seit 1977 in 1.252 Dörfern des Chickballapur Distrikts, Karnataka, arbeitet und als ländliche Entwicklungsorganisation tätig ist.

https://www.adats.com/

Im neuen Video sind die Hintergründe der Arbeit von ADATS mit den lokalen Gruppen einschl. der Biogasanlagen und energieeffizienten Herde anschaulich dargestellt.

 

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