Energieeffiziente Kochstellen in Kitui, Kenia

Gesundheitsschäden und Abholzung in Kenia

Das Distrikt Kitui liegt östlich von Nairobi. Hier leben 86% der Bevölkerung in ländlichen Gebieten. Die große Mehrheit kocht auf den traditionellen Drei-Stein-Herden. Diese offenen Feuerstellen sind schädlich für die Gesundheit: Eine alarmierend hohe Anzahl der Menschen in Kitui leidet unter Atemwegserkrankungen und vor allem Kinder erleiden teils starke Verbrennungen. Die offenen Feuerstellen schaden aber auch der Umwelt: Der sehr hohe Brennholzverbrauch führt zu Entwaldung. Dadurch fehlen Nährstoffe, die Bodenfruchtbarkeit verringert sich und Erträge fallen schlechter aus. Dies bedeutet eine direkte Bedrohung der Lebensgrundlagen für die lokalen Familien. Darüber hinaus führt ein hoher Feuerholzverbrauch insbesondere für Frauen und Kinder zu einer hohen Arbeitsbelastung. Mittlerweile ist der Waldbestand in Kenia auf 1,7 % der Gesamtfläche geschrumpft. Caritas Kitui, Partnerorganisation des Schweizer Hilfswerks Fastenopfer, möchte dem entgegenwirken und zusätzlich einen Beitrag zur Emissionsminderung und zum Klimaschutz leisten. Im ersten Projektzyklus von 2013 bis 2020 werden mindestens 14.000 energieeffiziente Kochstellen installiert. Insgesamt läuft das Projekt noch bis 2023.

Vorteile der energieeffizienten Kochstellen

Durch das Kochen auf den holzsparenden Öfen sparen die beteiligten Familien in Kitui CO2-Emissionen ein und halbieren ihren Holzverbrauch. So wird der Abholzung entgegengewirkt, der Aufwand für die Brennholzsuche reduziert und Frauen können die neu gewonnene Zeit ihren Kindern widmen oder gemeinsam mit ihren Familien nahegelegene Felder bewirtschaften. Die gesundheitsschädlichen Rußpartikel reduzieren sich und die Menschen profitieren von der verbesserten Luftqualität in den Häusern. So wird das Risiko von Atemwegserkrankungen und Unfällen am Feuer verringert. Aber auch der Haushaltskasse kommen die festinstallierten Kochstellen zu Gute. Familien sparen im Schnitt 35 USD jährlich für Brennholz.

Kleinbäuerin Agnes Gathigia aus dem Dorf Thegu bestätigt: „Der neue Ofen benötigt deutlich weniger Feuerholz und ich habe deshalb weniger Ausgaben. Der Ofen ist sicherer, strahlt eine angenehme Wärme aus und der beißende Rauch ist weg.“

Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung

Ein weiterer positiver Effekt sind die Arbeitsplätze, die durch den Bau und den Erhalt der neuen Kochstellen geschaffen werden. In den ländlichen Regionen von Kitui bildet Caritas Kitui Handwerker:innen im Bau und Unterhalt von energieeffizienten Kochstellen aus. Diese werden größtenteils aus Materialien hergestellt, die vor Ort vorhanden sind, wie lokal gebrannte Ziegelsteine, Sand und Schotter. Im Jahr 2020 haben sie 4975 Öfen zusammen mit Caritas Kituiim gebaut. Mehr als drei Mal so viel wie der Durchschnitt der letzten sechs Jahre (siehe Projektupdate Corona).

In diesem Beitrag berichtet Mary Mulinge von ihrer Arbeit als Ofenbauerinnen:
https://www.youtube.com/watch?v=sNVEnsXp7sk

Während des ersten 7-jährigen Projektzyklus werden mit den energieeffizienten Kochstellen insgesamt 60.000 Tonnen CO2 eingespart.

Übergangsphase zum Gold Standard for the Global Goals

Der Gold Standard hat als Reaktion auf die Verabschiedung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) einen neuen Standard entwickelt, den „Gold Standard for the Global Goals (GS4GG)“. Er misst zum Beispiel auch die Auswirkungen auf Bereiche wie Gesundheit oder Wasserversorgung. Dieser Standard existiert seit April 2018 und wird im Rahmen einer Übergangsphase auf Klimaschutzprojekte, die bereits eine Gold Standard-Zertifizierung vorweisen, übertragen. Die Partnerorganisationen, welche die Klimaschutzprojekte der Klima-Kollekte vor Ort umsetzen, prüfen zurzeit zu welchen SDGs die Projekte einen Beitrag leisten und die in die Zertifizierung zukünftig aufgenommen werden sollen.

Im Gold Standard Register können Sie die stillgelegten Zertifikate transparent einsehen und erhalten einen Überblick über die Klima- und Entwicklungswirkungen des zertifizierten Projekts: https://registry.goldstandard.org/projects/details/363

 

 

 

Projektland

Kenia

Projektart

Energieeffizienz

Beitrag zu den SDG

Unsere Partner

Fastenopfer ist das Hilfswerk der Katholikinnen und Katholiken in der Schweiz. Es setzt sich ein für benachteiligte Menschen – für eine gerechtere Welt und die Überwindung von Hunger und Armut. Mit ihrer Programm- und Projektarbeit setzt Fastenopfer  auf langfristige Beziehungen mit Organisationen vor Ort wie z.B. Caritas Kitui in Kenia.

http://caritaskitui.org/

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