Fair Climate Fund, Niederlande

erneuerbare Energien mit Biogas in Indien

Im Distrikt Kolar befeuern Familien zum Kochen traditionelle Öfen mit knappem Brennholz und teurem, schadstoffreichem Kerosin. Die Region ist trocken, 69% des Regens fallen während der Monsunzeit. Der Wald wurde bereits überwiegend gerodet, so dass nur noch 17 % der Fläche bewaldet ist.
Vor 25 Jahren hat sich in den Dörfern die Bagepalli Coolie Sangha (BCS) Organisation gegründet, die aus armen Kleinbauern und in der Landwirtschaft beschäftigen Familien besteht. In 915 Dörfern bilden 38.615 Familien sogenannte Coolie Sangha Einheiten, die sich für Schutz, Identität und Unterstützung der Mitglieder einsetzten. Die lokale Organisation Agricultural Development and Training Society (ADATS) baut zusammen mit der Coolie Sangha Organisation 18.000 Biogasanlagen in der Größe von rund 2m³ für die Familien im ländlichen Raum. Diese werden aus lokalem Material gefertigt und mit landwirtschaftlichen Abfallprodukten, in der Regel Kuhdung, befüllt. Das entstehende Biogas wird in den Haushalten zum Kochen genutzt, die Restprodukte als Dünger auf den Felder genutzt.

Vorteile der Biogasanlagen

Durch den Gebrauch von Biogasanlagen reduzieren sich die gesundheitlichen Probleme der Familien, da einerseits die Rußpartikel deutlich reduziert werden, die zuvor beim Kochen auf dem offenen Feuer entstanden sind und anderseits der Abfall nicht mehr auf der Straße oder im Hinterhof entsorgt wird. Frauen müssen kein Feuerholz mehr sammeln und da sie mit Biogas dreimal so effizient kochen können, sparen sie Zeit ein und das Kochen ist zudem einfacher. Auch sparen die Familien Geld, da sie kein teures Kerosin kaufen müssen. Als Nebenprodukt der Biogasanlagen entsteht nährstoffreicher Dünger, der die Bodenqualität für die Landwirtschaft verbessert. Der Bau und Erhalt der Anlagen bringt neue Arbeitsplätze.

Zertifizierung nach dem Fairtrade Climate Standard

Das Biogasanlagen-Projekt, das bereits seit 2014 erfolgreich Klimagase einspart, ist als viertes Projekt weltweit im Dezember 2017 nach dem Fairtrade Carbon Standard zertifiziert worden. Dieser recht neue und innovative Standard wurde gemeinsam von Fairtrade International und dem Gold Standard entwickelt, um Kleinbauern und ländliche Gemeinden dabei zu unterstützen, Fairtrade Carbon Credits zu produzieren und Zugang zum Kompensationsmarkt zu erhalten. Fairtrade Carbon Projekte ermöglichen es ProduzentInnen, einen Mindestpreis für die Klimaschutzzertifikate zu erhalten und verpflichtende Investitionen gelangen in Klimaanpassung in den Dörfern.

Mehr Informationen unter: www.fairtrade-deutschland.de/was-ist-fairtrade/fairtrade-standards/fairtrade-klima-standard.html

Projektland

Indien

Projektart

erneuerbare Energien

Beitrag zu den SDG

Unser Partner

Agricultural Development and Training Society (ADATS) ist eine indische Nichtregierungsorganisation (NGO), die seit 1977  in 1.252 Dörfern des Chickballapur Distrikts, Karnataka, arbeitet und als ländliche Entwicklungsorganisation tätig ist.

https://www.adats.com/

 

 

Jetzt CO2-Emissionen berechnen und kompensieren