FriEnt-Studie: Klimaschutz und Frieden zusammendenken

Frau kocht auf energie effizienten Herd.

Bildrechte: Brot für die Welt

Im Oktober hat die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt) die Studie „Mit Klimamaßnahmen Frieden fördern – Konfliktsensibilität als Schlüssel“ veröffentlicht. Sie untersucht, wie Klimaprojekte in fragilen Kontexten nicht nur ökologische Ziele erreichen, sondern auch soziale Stabilität und Frieden fördern können. Anhand von sieben Praxisbeispielen aus Asien, Afrika und Lateinamerika zeigt die Studie: Konfliktsensibilität ist kein Zusatz, sondern eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Klimamaßnahmen.

Unser Projekt in Bangladesch als Teil der Untersuchung

Unter den untersuchten Beispielen ist auch das Projekt „Banglar Unan“ der Christian Commission for Development in Bangladesh (CCDB), das von unserem Gesellschafterhaus Brot für die Welt eingebracht wurde und Teil unseres Projektportfolios ist. Das Projekt setzt auf energieeffiziente Kochöfen, die den Brennholzverbrauch und CO₂-Ausstoß reduzieren. Die hohe Qualität des Projekts wird durch die Zertifizierung nach dem Gold Standard for the Global Goals unterstrichen. Diese bestätigt nicht nur die Klimawirkung, sondern auch die sozialen und ökonomischen Beiträge zu den UN-Nachhaltigkeitszielen: SDG 1 (No Poverty), SDG 5 (Gender Equality), SDG 7 (Clean Energy) und SDG 13 (Climate Action). Doch der Ansatz geht weit über Technik hinaus:

  • Konfliktsensibilität als Basis: CCDB analysierte vor Projektstart lokale Machtverhältnisse und potenzielle Konfliktlinien. Mit dem „Do-No-Harm“-Ansatz wurden Risiken erkannt und Maßnahmen entwickelt, um Spannungen zu vermeiden.
  • Partizipation und Transparenz: Frauen wurden frühzeitig eingebunden, testeten Prototypen und gestalteten die Technologie mit. Das stärkte Vertrauen und soziale Teilhabe.
  • Friedensfördernde Wirkung: Durch offene Kommunikation, klare Regeln zur Ofenverteilung und regelmäßiges Monitoring konnten Konflikte vermieden und Vertrauen zwischen den Akteuren aufgebaut werden.
  • Langfristige Perspektive: Frauen wurden als Ofenwartinnen ausgebildet, verdienen eigenes Einkommen und geben ihr Wissen weiter. So entsteht nicht nur Klimaschutz, sondern auch soziale Stabilität und wirtschaftliche Teilhabe.

 

Warum das wichtig ist

Die Studie macht deutlich: Klimaprojekte sind keine rein technischen Maßnahmen, sondern Eingriffe in soziale Räume. Ihre Wirksamkeit hängt entscheidend davon ab, ob Konfliktdynamiken berücksichtigt und lokale Akteure beteiligt werden. Konfliktsensibilität bedeutet, Risiken frühzeitig zu erkennen, partizipative Prozesse zu fördern und Vertrauen aufzubauen. Sie schafft die Grundlage für Projekte, die nicht nur das Klima schützen, sondern auch Frieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. Technische Innovationen, wie effiziente Kochöfen, entfalten ihre volle Wirkung erst dann, wenn sie mit sozialer Teilhabe, Transparenz und kontinuierlichem Monitoring verbunden werden. So entstehen Lösungen, die nachhaltig wirken.

Zur Publikation: Mit Klimamaßnahmen Frieden fördern – FriEnt

Weiter Details zum Projekt von CCDB finden Sie hier.

Jetzt CO2-Emissionen berechnen