Rückblick zur Online-Multiplikator:innen-Schulung: „Kirchenräume im Wandel"

Am 26. November fand die Online Multiplikator:innen Schulung in Zusammenarbeit mit der Akademie des Versicherers im Raum der Kirchen, der Evangelische Kirche in Deutschland sowie der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. statt. 

Im Zentrum der Schulung stand die dringende Frage, wie das wertvolle kulturelle Erbe der Kirchengebäude angesichts steigender Unterhaltungskosten, notwendiger Modernisierung (insbesondere im Hinblick auf den Klimaschutz) und veränderter Nutzungsmuster nachhaltig gesichert werden kann. Ziel war es, neue Perspektiven für eine zukunftsfähige und klimagerechte Kirche zu eröffnen.

Sozialraumorientierte Nachnutzung von kirchlichen Gebäuden

Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung waren die Digitalen Kleingruppen, die Raum für vertiefte Fachdiskussionen boten. Die Klima-Kollekte moderierte unteranderem den Workshop „Sozialraumorientierte Nachnutzung von kirchlichen Gebäuden“, der von besonders regem und spannendem Austausch geprägt war.

Die Diskussionen in dieser Arbeitsgruppe zeigten eindrücklich, dass die Umnutzung von Kirchengebäuden weit mehr ist als eine rein bauliche oder finanzielle Aufgabe: Es ist ein tiefgreifender Prozess der gesellschaftlichen Neuverortung.

Spannende Diskussionen 

Der Austausch fokussierte sich auf die vielschichtigen Herausforderungen und Chancen bei der Umnutzung kirchlicher Gebäude. Intensiv diskutiert wurde insbesondere die Balance zwischen Sakralität und Öffnung: Wie kann der historische, sakrale Charakter eines Kirchenraumes bewahrt werden, während er gleichzeitig für neue, sozialraumorientierte Funktionen – wie Quartierszentren, Kitas oder Kulturstätten – geöffnet wird? Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Akzeptanz neuer Nutzungen maßgeblich davon abhängt, ob der neue Zweck transparent kommuniziert wird und klar dem Gemeinwohl dient. 

Ein weiterer zentraler Punkt war die Partizipation als Schlüssel zum Erfolg. Die Diskussion betonte die Notwendigkeit einer frühzeitigen und tiefgreifenden Beteiligung der lokalen Gemeinde und der Nachbarschaft. Es wurde beleuchtet, dass eine erfolgreiche sozialraumorientierte Nachnutzung nur dann gelingen kann, wenn die Idee von der Basis getragen und entwickelt wird, weshalb auch erörtert wurde, welche konkreten Formate der Bürgerbeteiligung sich in der Praxis bewährt haben. 

Darüber hinaus stellte die Herausforderung von Trägerschaft und Finanzierung ein wichtiges Thema dar. In der Runde wurde offen über die komplexen rechtlichen und finanziellen Hürden bei der Etablierung neuer Kooperations- und Trägermodelle gesprochen. Gemeinsam wurden hierzu Best-Practice-Beispiele diskutiert, die Wege zu einer nachhaltigen Finanzierung und der Sicherung des langfristigen Betriebs aufzeigten, wobei insbesondere die Frage nach der synergetischen Verbindung kirchlicher und kommunaler Interessen zu einem aufschlussreichen Gedankenaustausch führte.

Die Schulung hat somit nicht nur die theoretischen Grundlagen der sozialraumorientierten Nachnutzung vermittelt, sondern durch die lebendige Diskussion die konkreten Konfliktlinien und kreativen Lösungsansätze im Umgang mit dem kirchlichen Erbe verdeutlicht. 

 

 

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