Kirche und Klimaschutz - Schöpfung bewahren

Für Christen ist die Erde eine Schöpfung, die es zu erhalten gilt. Sie wurde uns als Lebensort zur Verfügung gestellt. Schon die ersten Seiten der Genesis sprechen davon, dass die Erschaffung der Erde „gut“ ist. „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ (Gen 1,31). Die Schöpfung Gottes ist kein Zufallsprodukt. Sie ist gewollt und aus Liebe („creatio ex amore“) erschaffen.

Der Mensch ist Teil der Schöpfung, er steht nicht über ihr, sondern ist ein Teil des Universums. In besonderer Achtung vor der gesamten Umwelt – der Pflanzen, der Tiere, des Wassers, der Luft und der Erde – trägt der Mensch die Sorge für den Fortbestand des Lebens. Franz von Assisi hat auf diesen Aspekt auf besondere Weise hingewiesen: Im „Sonnengesang“ werden die Mitgeschöpfe seine Geschwister (u.a. „Bruder Sonne“ und „Schwester Mond“) genannt.

2010 wurde von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland der „ökumenische Tag der Schöpfung“ im Rahmen des 2. Ökumenischen Kirchentags in München 2010 feierlich ernannt und wird seitdem jeweils am ersten Freitag im September deutschlandweit gefeiert. Im Mittelpunkt steht das Gebet für die Bewahrung der Schöpfung, der Lobpreis für den Schöpfer und die Ermutigung zu konkreten Schritten.

Papst Franziskus schreibt in seiner Enzyklika Laudato Si "Es gibt nicht zwei Krisen nebeneinander, eine der Umwelt und eine der Gesellschaft, sondern eine einzige und komplexe sozio-ökologische Krise"

Die Worte sind sehr treffend, denn unsere Erde und damit auch die Bewohnerinnen und Bewohner sind heute mehr denn je bedroht: Menschengemachter Klimawandel, Abholzung der Regenwälder, Massentierhaltung und Energieverschwendung stehen in einem krassen Widerspruch zur (biblischen) Schöpfungsverantwortung. Die Endlichkeit natürlicher Ressourcen ist spürbar. Die globale Erwärmung und die Emissionen von Treibhausgasen steigen – mit katastrophalen Folgen für Menschen, Gesellschaften, Tiere und die gesamte Schöpfung. Angesichts dieser Entwicklungen engagieren sich die christlichen Kirchen schon seit vielen Jahren für den Erhalt der Schöpfung. An vielen Orten und durch kleine, aber wichtige Schritte stehen Christen für die Bewahrung der Schöpfung ein. Auf dieser Seite finden Sie einige vorbildliche Aktionen.

Engagement der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche in Deutschlands

Im September 2018 hat die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz unter dem Titel „Schöpfungsverantwortung als kirchlicher Auftrag“ Handlungsempfehlungen zu Ökologie und nachhaltiger Entwicklung für die deutschen (Erz-)Diözesen beschlossen. Darin rufen die deutschen Bischöfe u.a. auf, Mobilität nachhaltig zu gestalten und den unvermeidbaren CO2-Ausstoß über das Kompensationsangebot der Klima-Kollekte auszugleichen. Auch die EKD geht in ihrem Text „Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“ auf die Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen ein und schlägt den Gliedkirchen u.a. die Reduktion ihrer CO2-Emissionen vor. Zahlreiche Landeskirchen und Einrichtungen gleichen die aus (Auslands-)dienstreisen oder Mobilität entstandenen Emissionen über die Klima-Kollekte aus.

Kirchliche Umweltarbeit

Umweltbeauftragte und KlimaschutzmanagerInnen

 

Kirchliche Umweltarbeit - sowohl der katholischen wie der evangelischen Kirchen - ist über sogenannte Umweltbeauftragte organisiert. Die meisten Landeskirchen und viele (Erz)Diözesen haben eine/n Umweltbeauftragte/n, hinzu kommen immer mehr KlimaschutzmanagerInnen. Auch auf Ebene der Kirchenkreise und -gemeinden gibt es vielerorts Umweltteams.

Auf der Site der FEST finden Sie eine aktuelle Liste aller KlimaschutzmanagerInnen (Stand 02/2018)

In den zwei Arbeitsgemeinschaften kirchlicher Umweltbeauftragten sind die Engagierten aus den Landeskirchen und (Erz-)Diözesen vernetzt. Klicken Sie hier zur Website der Evangelischen und der Katholischen Umweltbeauftragten.

Kirche ohne Kohle

Text folgt

Klimapilgern

Ökumenischer Pilgerweg für Klimagerechtigkeit

Ökumenischer Pilgerweg 2015, mit Brot-Vorstand Cornelia Füllkrug-Weitzel und Bischof Dr. Stephan Ackermann

 

Kirche setzt immer wieder auch öffentlichkeitswirksame Zeichen. Kirchliche Organisationen, z.B. solche, die Entwicklungszusammenarbeit betreiben, beteiligen sich an den großen Klimakonferenzen und an weiteren wichtigen Aktionen, wie zum Beispiel dem Klimapilgern.

Klimaschutz für Kirche - zertifiziert

Sie sind in einer Gemeinde aktiv oder in einer anderen kirchlichen Organisation? Informieren Sie sich hier über Möglichkeiten ein Umweltmanagementsystem bei Ihnen einzuführen?

Eigene Umweltauswirkungen systematisch anpacken und verbessern: Mit dem kirchlichen Umweltmanagementsystem „Grüner Hahn" bzw. in Süddeutschland Grüner Gockel“ können Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen erfolgreich Umwelt und Klima schützen und Betriebskosten senken. Das System ist an kirchliche Bedürfnisse angepasst und erlaubt es, jeweils eigene Schwerpunkte und Ziele zu setzen. Die motivierende, beteiligungsorientierte Zusammenarbeit belebt Kirchengemeinde oder Einrichtung. Die Kriterien sind angelehnt an die der Europäischen Öko-Audit-Verordnung EMAS.

 

Einführung Umweltmanagementsystem

Die Einführung eines Umweltmanagementsystems erfolgt nach einem festgelegten Fahrplan: Nach der Benennung eines Umweltbeauftragten und der Formulierung von Umweltleitlinien wird eine technische Bestandsaufnahme in den Bereichen Energie, Heizung, Wasser, Gebäude, Beschaffung und Entsorgung, Außenanlagen etc. vorgenommen. Anschließend führt der Weg über ein Umweltprogramm und das Umweltmanagementsystem bis zur Erprobung neuer Maßnahmen. Am Ende steht die Zertifizierung. „Der "Grüne Hahn" erfüllt internationale und europäische Vorgaben. Gemeinden und Einrichtungen können sich daher nach der Europäischen Öko-Audit-Verordnung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) und DIN EN ISO 14001 ff zertifizieren lassen.

Gute Argumente für Grüner Hahn/Grüner Gockel

„Der „Grüne Hahn“ stärkt die kirchliche Glaubwürdigkeit nach innen und außen:
Wer von anderen den Schutz von Umwelt und Klima verlangt und gleichzeitig im eigenen Bereich wenig sorgsam mit Gottes Schöpfung umgeht, verliert auf Dauer an Glaubwürdigkeit. Umweltmanagement ist ein systematischer Weg von der Idee zum Handeln.

Der „Grüne Hahn“ unterstützt den Gemeindeaufbau:
Beim Umweltmanagement ist jede und jeder einzelne eingeladen, sich zu beteiligen. In Teamarbeit werden Projekte geplant und umgesetzt. So wird das Gemeinschaftsleben der Gemeinde gefördert.

Der „Grüne Hahn“ ist betriebswirtschaftlich wichtig und ökologisch bedeutsam:
Das Einsparen von Energie schützt nicht nur das Klima, sondern ist auch finanziell sinnvoll. Die EnergieAgentur.NRW schätzt allein für NRW ein kirchliches Einsparpotential von rund 150.000 Tonnen Kohlendioxid oder 40 Millionen Euro Energiekosten pro Jahr.“

Aus: Ev. Kirche von Westfalen (2010): Der Grüne Hahn. Kirchliches Umweltmanagement. (Gibt es hier zum Download)

Passend beraten

Jetzt CO2-Emissionen berechnen und kompensieren