Ursachen des Klimawandels

Die Menschen beeinflussen die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre und damit das Klima auf vielfältige Weise. Denn ob durch Reisen oder Ernährung, am Arbeitsplatz oder zu Hause: Sehr viele menschliche Aktivitäten sind mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden.

Wir fahren mit dem Auto oder der Bahn zur Arbeit, verwenden Produkte, bei deren Herstellung Energie verbraucht wurde und fahren/fliegen in den Urlaub. Unsere Wohnungen werden ebenso geheizt und beleuchtet wie Gemeindehäuser, Schulen und Einkaufszentren. Fast immer erzeugen wir dabei Treibhausgasemissionen.

Hier erfahren Sie mehr über den menschlichen Einfluss auf das Klima, die Unterteilung in natürlichen und anthropogenen Treibhauseffekt, die Klimawirkungen von verschiedenen Lebensbereichen und die derzeitige Situation der Emissionen in Deutschland.

Menschlicher Einfluss auf das Klima

Mit fortschreitender Industrialisierung und spätestens seit dem 19. Jahrhundert beeinflussen die Menschen die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre. Menschliche Aktivitäten haben die Menge klimawirksamer Gase, allen voran Kohlendioxid, deutlich erhöht und tragen damit zur Erderwärmung bei. Insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger, also Kohle, Erdöl und Erdgas, und eine veränderte Landnutzung, z. B. durch Rodung von Wäldern, haben zu einem dramatischen Anstieg der atmosphärischen CO2-Konzentration geführt. Intensivierte Land- und Viehwirtschaft setzen außerdem die Treibhausgase Methan und Lachgas in immer größeren Mengen frei.

Natürlicher und anthropogener Treibhauseffekt

Die Atmosphäre absorbiert einen großen Teil der Wärmestrahlung, die von der Erde abgegeben wird, und strahlt sie teilweise in Richtung Erdoberfläche zurück. Das ist der so genannte Treibhauseffekt. Dabei wird zwischen dem natürlichen und dem von Menschen hervorgerufenen (anthropogenen) Treibhauseffekt unterschieden.

Natürlicher Treibhauseffekt

Ohne den Treibhauseffekt wäre auf der Erde kein Leben möglich: Sonneneinstrahlung durchdringt die Atmosphäre, wird an der Erdoberfläche in Wärmestrahlen umgewandelt und von der Erde wieder abgegeben. Treibhausgase in der Atmosphäre hindern einen Teil dieser Wärmestrahlung daran, ins Weltall zu entweichen. Würde dieses „Schutzschild“ fehlen, wäre die Erde bei -18°C buchstäblich eingefroren. Der natürliche Treibhauseffekt sorgt für eine globale Mitteltemperatur von etwa 15°C und damit dafür, dass sich Leben entwickeln kann.

Überhitzt: Der anthropogene Treibhauseffekt

Zu diesem natürlichen „Treibhaus“ kommt heute jedoch menschlicher Einfluss: Vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl und Erdgas) und eine veränderte Landnutzung (wie die Rodung von Wäldern) haben die Menschen die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre in den letzten 150 Jahren sehr stark erhöht. Die globale atmosphärische Konzentration von Kohlendioxid, dem wichtigsten Treibhausgas, ist von etwa 280 ppm (parts per million, d. h. 280 CO2 -Moleküle auf eine Million Luftmoleküle) in vorindustrieller Zeit auf 384 ppm im Jahr 2008 angestiegen. Die Konzentration des Treibhausgases Methan, das insbesondere durch eine intensivierte Land- und Viehwirtschaft entsteht, hat sich mehr als verdoppelt.

Schon heute ist die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre so groß, dass zu viel Wärme gespeichert wird – mit erheblichen Folgen für das Weltklima. So gab es zwischen 1906 und 2005 bereits einen globalen Temperaturanstieg von ca. 0,74°C. Die elf Jahre zwischen 1995 und 2006 gehörten zu den zwölf wärmsten seit Beginn der Messung und Berechnung der globalen Mitteltemperatur. Der Weltklimarat hat in seinem fünften Bericht (2014) den menschlichen Einfluss auf das Klimasystem eindeutig bestätigt. Außerdem beschreibt er die Risiken und Folgen sowie Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und darüber hinaus Möglichkeiten zur Minderung der Auswirkungen des Klimawandels.

Im Jahr 2022 soll der sechste Sachstandsbericht herauskommen.

Was sind Treibhausgase und CO2-Äquivalenten

Treibhausgase befinden sich in der Atmosphäre und absorbieren die Wärmestrahlung, die sie teilweise zurück Richtung Erdoberfläche strahlen. Das wichtigste von Menschen verursachte Treibhausgas ist Kohlendioxid (CO2). Es entsteht durch die Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Veränderungen in der Landnutzung, wie z. B. durch die Abholzung von Wäldern. Es ist für mehr als die Hälfte des anthropogenen Treibhauseffekts verantwortlich. Neben CO2 tragen aber weitere Treibhausgase zum Klimawandel bei:

  • Methan (CH4): Wird v. a. durch Nutztierhaltung und Reisanbau verursacht, zu geringerem Teil auch von industriellen Quellen wie etwa dem Abbau und Transport fossiler Energieträger.
  • Lachgas (N2O): Entsteht überwiegend durch Landwirtschaft
  • Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW): Ein Kühlmittel, dessen Herstellung und Verwendung heute international verboten ist, das aber u. a. durch die unsachgemäße Entsorgung alter Kühlschränke noch immer in erheblichem Umfang frei gesetzt wird.
  • Teilhalogenierte und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW und H-FKW): Werden durch technische Anwendungen wie z.B. Klimaanlagen verursacht.
  • Schwefelhexafluorid (SF6): Entsteht durch technische Anwendungen wie den Einsatz als Isoliergas.

Die Gase tragen in unterschiedlichem Maß zum Treibhauseffekt bei. Aus diesem Grund wird meist mit CO2-Äquivalenten gerechnet, um ihre Klimawirkung besser vergleichen zu können.

Neben dem wichtigsten von Menschen verursachten Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) gibt es weitere Treibhausgase wie beispielsweise Methan oder Lachgas. Die verschiedenen Gase tragen nicht in gleichem Maß zum Treibhauseffekt bei und verbleiben über unterschiedliche Zeiträume in der Atmosphäre. So hat Methan eine 25mal größere Klimawirkung als CO2, bleibt aber weniger lange in der Atmosphäre. Um ihre Wirkung vergleichbar zu machen, hat das Expertengremium der Vereinten Nationen, IPCC, das so genannte „Globale Erwärmungspotenzial“ (Global Warming Potential, kurz GWP) definiert. Dieser Index drückt die Erwärmungswirkung einer bestimmten Menge eines Treibhausgases über einen festgelegten Zeitraum (meist 100 Jahre) im Vergleich zu derjenigen von CO2 aus. Treibhausgasemissionen können so in „CO2-Äquivalente“ umgerechnet und zusammengefasst werden. CO2-Äquivalente werden mit der Abkürzung „CO2e“ (e für Englisch „equivalents“) bezeichnet.

Die Klima-Kollekte bezieht bei der Berechnung von Emissionen immer auch die wichtigsten anderen Treibhausgase mit ein und rechnet daher mit CO2-Äquivalenten. Da CO2 die vertrautere Abkürzung ist, wird es in der Regel – etwa in der Bezeichnung der Emissionsrechner als „CO2-Rechner“ – im nicht ganz konkreten, aber gängigen umfassenden Sinn gebraucht.

Deutschland: Vor allem CO2-Emissionen

In Deutschland erzeugen wir Treibhausgase in erster Linie durch den Verbrauch von Energie: Rund 80 Prozent aller Treibhausgasemissionen hierzulande sind energiebedingt, das heißt, sie entstehen bei der Erzeugung von Wärme und Strom oder bei der Verbrennung von (meist fossilen) Kraftstoffen im Verkehr. Die verbleibenden 20 Prozent gehen fast ausschließlich auf Industrieprozesse (ca. elf Prozent) beispielsweise in der chemischen Industrie und der Landwirtschaft (knapp sieben Prozent) zurück. Mit rund 87 Prozent stellt der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) den größten Anteil der in Deutschland emittierten Treibhausgase. Im Jahr 2016 wurden von Industrie, Gewerbe, Haushalten, Staat, Land- und Energiewirtschaft rund 906 Millionen Tonnen CO2 emittiert - 4 Millionen mehr als im Vorjahr. Seit 1990 ist in der Bundesrepublik der Ausstoß um 28% gesunken – Ziel nach dem Übereinkommen von Paris ist es, bis 2020 den Ausstoß um insgesamt 40% (zu 1990) zu senken.

Nicht eingerechnet in diese Bilanzen sind die Emissionen, die bei der Produktion von Gütern entstehen, die in anderen Ländern produziert und nach Deutschland importiert werden. Dies gilt natürlich auch für die Bilanzen anderer Länder, die in Deutschland Produziertes importieren. Einigen wissenschaftlichen Studien nach würde eine rückgerechnete Bilanz (nach Verursacherprinzip) für Deutschland eher eine Reduktion bringen. Emissionen des internationalen Luftverkehrs sind leider nirgendwo enthalten. Dies entspricht den internationalen Regeln zur Berechnung des Treibhausgasausstoßes eines Landes, blendet aber Emissionen aus, die einen erheblichen Umfang haben. Mehr zum Luftverkehr finden Sie hier.

CO2-Emissionen pro Kopf

Pro Kopf betrugen die CO2-Emissionen in Deutschland laut Umweltbundesamt im Jahr 2016 etwa 11 Tonnen. Das sind 2,5 Tonnen mehr als der europäische Durchschnitt und ist mehr als das Doppelte des weltweiten Durchschnitts von rund 4,4 Tonnen CO2. Weit geringer ist der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 in vielen Entwicklungsländern (siehe auch die unten zum Download verfügbare Grafik). Soll die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C begrenzt werden – dieses Ziel hat sich die internationale Gemeinschaft gesetzt – müssen die weltweiten Emissionen stark sinken. Da heutige und vergangene Emissionen so ungleich verteilt sind, müssen die Länder unterschiedlich große Anstrengungen unternehmen. Die deutschen Emissionen sollten daher bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden, bis 2050 um 80 bis 95 Prozent.

Das ist anspruchsvoll, aber vielleicht realisierbar, wenn wir alle dazu beitragen. Notwendig sind politische Schritte beispielsweise hin zu einer Energieerzeugung aus 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern. Aber auch jeder und jede einzelne kann viel tun, denn viele unserer Aktivitäten lassen sich klimafreundlicher gestalten. Ob Organisation, Privatperson oder Kirchengemeinde: Jeder sollte prüfen, wie und wo sich Treibhausgasemissionen vermeiden und reduzieren lassen. Und für den tatsächlich nicht vermiedenen Rest? Gibt es die Kompensation über Projekte der Klima-Kollekte.

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