Eindrücke von den June Climate Meetings (SB64) in Bonn
Die Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen in Bonn (SB64) sind am 18. Juni 2026 zu Ende gegangen. Bettina Duerr von unserer Gesellschafterin Fastenaktion (Schweiz) war vor Ort und hat die Verhandlungen begleitet. Nach ihrem Eindruck haben die Gespräche erneut gezeigt, wie komplex die internationalen Verhandlungen auf dem Weg zu mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit sind.
Intensivere Verhandlungen in der zweiten Woche
Nach einem vergleichsweise ruhigen Auftakt nahmen die Verhandlungen in der zweiten Woche deutlich an Fahrt auf. Im Mittelpunkt standen unter anderem die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen, die Zukunft des Mitigation Work Programme sowie die weitere Ausgestaltung des auf der COP30 in Belém beschlossenen Just Transition Mechanism.
Wie so oft in den UN-Klimaverhandlungen wurde intensiv darüber gerungen, welche Textentwürfe und informellen Notizen in die weiteren Verhandlungen zur COP31 in Antalya mitgenommen werden sollen. Bei mehreren Themen gelang es den Vertragsstaaten jedoch nicht, sich auf gemeinsame Entscheidungsentwürfe zu verständigen.
Ausstieg aus fossilen Energien bleibt zentrale Herausforderung
Neben den offiziellen UNFCCC-Verhandlungen gewinnen weitere internationale Initiativen an Bedeutung. Dazu zählen die Santa Marta Konferenz sowie die von der COP30-Präsidentschaft angestoßene „Roadmap for Transitioning Away from Fossil Fuels“ (TAFF Roadmap).
Deutlich wurde erneut: Nationale Klimabeiträge und internationale Finanzströme müssen stärker auf einen strukturierten Ausstieg aus fossilen Energien ausgerichtet werden. Fastenaktion erwartet insbesondere von der Schweiz, dass sie ihre Möglichkeiten im Bereich internationaler Finanzflüsse und Investitionen nutzt, um diesen Transformationsprozess aktiv zu unterstützen.
Artikel 6: Umsetzung beginnt, Fragen bleiben offen
Auch die Umsetzung von Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens stand auf der Agenda. Die internationalen Marktmechanismen treten zunehmend in die praktische Anwendung ein. Gleichzeitig bleiben wichtige Fragen offen: In welchem Umfang tragen diese Instrumente tatsächlich zu höheren Klimaschutzambitionen bei? Wie finanzieren Käuferländer ihre Kompensationsmaßnahmen im Ausland? Und welchen Einfluss hat die Nutzung der Mechanismen auf die nationalen Klimaziele (NDCs) von Käufer- und Verkäuferländern?
Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob Artikel 6 einen wirksamen Beitrag zur globalen Emissionsminderung leisten kann.
Internationale Zusammenarbeit bleibt entscheidend
Die Gespräche in Bonn haben einmal mehr gezeigt: Klimaschutz ist ein dynamischer globaler Prozess, der politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen gleichermaßen betrifft. Neben ambitionierten Emissionsminderungen braucht es weiterhin verlässliche internationale Klimafinanzierung, starke Partnerschaften und die Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit.
Die Klima-Kollekte wird die weiteren Entwicklungen auf dem Weg zur COP31 aufmerksam begleiten.













