In der Region Masaka in Uganda arbeitet die Organisation Caritas MADDO gemeinsam mit lokalen Gemeinden daran, energieeffiziente Kochherde zu verbreiten. Die Herde reduzieren den Brennholzverbrauch und die Rauchbelastung und tragen dazu bei, den Alltag vieler Haushalte nachhaltiger zu gestalten.
Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
Situation vor Ort
In weiten Teilen Ugandas ist Holz nach wie vor eine zentrale Energiequelle für das Kochen. Insbesondere in ländlichen Regionen wird häufig auf offenen Feuerstellen gekocht. Diese sind mit einem hohen Verbrauch an Brennholz verbunden und führen zu starker Rauchentwicklung in den Haushalten. Gleichzeitig wächst der Druck auf natürliche Ressourcen, unter anderem durch steigenden Energiebedarf und sich verändernde Umweltbedingungen. Die Beschaffung von Brennholz ist zeitaufwendig und liegt oft im Verantwortungsbereich von Frauen und Kindern.
Projektansatz
Das Projekt wurde von Caritas MADDO gemeinsam mit lokalen Akteur:innen entwickelt und setzt auf die Einführung energieeffizienter Kochherde, die an die Bedürfnisse und Kochgewohnheiten der Haushalte angepasst sind.
Die Herde werden lokal produziert und reduzieren den Verbrauch von Brennholz deutlich. Gleichzeitig verbessern sie die Luftqualität in den Küchen, da weniger Rauch entsteht. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die partizipative Einbindung der Nutzer:innen: In Testphasen konnten Haushalte ihre Erfahrungen einbringen, sodass die Herde an den Alltag vor Ort angepasst werden.
Zusammenarbeit und lokale Verankerung
Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen und Fachkräften. Herstellung, Verbreitung und Wartung der Herde schaffen Arbeitsmöglichkeiten und tragen dazu bei, Wissen langfristig in der Region zu verankern.
Durch diese lokale Verankerung wird sichergestellt, dass die Technologien dauerhaft genutzt und weiterentwickelt werden können. Gleichzeitig stärkt das Projekt bestehende Strukturen und fördert den Austausch innerhalb der Gemeinden.
Wirkung für Menschen und Umwelt
Die energieeffizienten Kochherde verbinden Klimaschutz mit konkreten Verbesserungen im Alltag. Sie tragen dazu bei, den Brennholzverbrauch zu reduzieren und natürliche Ressourcen zu entlasten. Gleichzeitig verringert sich die Rauchbelastung in den Haushalten, was sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt.
Auch ökonomisch zeigen sich Effekte: Haushalte sparen Brennstoffkosten, und durch die lokale Produktion entstehen neue Einkommensmöglichkeiten. Das Projekt stärkt damit langfristig angelegte, lokal getragene Entwicklungsprozesse.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Die neuen gemauerten Öfen leiten den Rauch zuverlässig ab. Die Küchen sind dadurch rauchfrei, was das Risiko für Atemwegserkrankungen und Augenentzündungen bei Frauen und Kindern deutlich senkt. Auch die Verbrennungsgefahr am offenen Feuer entfällt.
Zeit für andere Aufgaben
Da die Herde bis zu 63 Prozent weniger Holz benötigen, sinkt der tägliche Aufwand für die Holzsuche erheblich. Die Frauen gewinnen dadurch wertvolle Stunden, die sie in die landwirtschaftliche Arbeit, für einkommensschaffende Tätigkeiten oder für die Betreuung ihrer Familien investieren können.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Ein Herd spart pro Jahr etwa 5 Tonnen CO2 ein. In der gesamten Projektlaufzeit bis 2027 können so bis zu 38.000 Tonnen CO2 vermieden werden. Der deutlich reduzierte Holzeinschlag gibt den lokalen Wäldern in Masaka Chance zur Regeneration.
Lokale Wertschöpfung
Die lokale Produktion und die regelmäßige Wartung der Herde stärken die regionalen Wirtschaftskreisläufe und schaffen nachhaltige Einkommensmöglichkeiten. Zudem werden die Haushaltsbudgets spürbar entlastet, da die Familien weniger Geld für den Kauf von Feuerholz ausgeben müssen.
Stimme aus dem Projekt

Oft musste ich über 2 Stunden gehen, um das nötige Holz für unseren alten Lehmofen zu sammeln. Außerdem waren meine Kinder und ich oft krank durch den Rauch. Mit dem neuen Herd haben wir keinen Rauch mehr in der Küche und ich brauche viel weniger Holz als vorher. Die Zeit, die ich mir spare, kann ich für andere wichtige Dinge verwenden. Ich bin so glücklich über den neuen gemauerten Ofen!
— Fatima Nakalyango, Mitglied eines lokalen Kleinbäuer:innenkollektivs
So funktionieren die Kochherde
Eindrücke aus dem Projekt
Projektfilm 2022 (youtube, 11,0 B)
Transparenz: Register & Dokumente
Das Projekt wird nach den strengen Kriterien des Gold Standard als Kleinstprojekt geführt. Im Jahr 2022 erfolgte eine umfangreiche Überprüfung (Verification Report) durch den TÜV Nord, um die tatsächlichen CO2-Einsparungen und die positiven Auswirkungen auf die Entwicklungsziele (SDGs) unabhängig zu bestätigen.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
Unsere Partnerorganisation
Die Caritas Masaka Diocesan Development Organisation (MADDO) bietet seit vielen Jahren soziale Dienste und Entwicklungsarbeit in der gesamten Diözese Masaka an. Mit 49 aktiven Entwicklungskomitees in den einzelnen Pfarreien verfügt MADDO über ein starkes, vertrauensvolles Netzwerk direkt an der Basis. Gemeinsam mit HORIZONT3000, einem Gesellschafterhaus der Klima-Kollekte, verbindet die Organisation in diesem Projekt effektiven Klimaschutz mit der Überwindung von materieller Armut und der Förderung ländlicher Entwicklung.














