In der Region Kagera am Viktoriasee leben die meisten Menschen vom kleinbäuerlichen Kaffeeanbau oder der Fischerei. Gekocht wird häufig auf traditionellen, offenen Feuerstellen. Dafür werden große Mengen an Feuerholz benötigt, was die regionalen Wälder belastet. Die Rauchentwicklung während des Kochens belastet außerdem die Gesundheit der Familien. Das lokale Kleinstprojekt setzt dort an: Mit Unterstützung von Fachleuten lernen die Dorfgemeinschaften, eigene energieeffiziente Öfen aus Ton herzustellen. Das schont die Natur, reduziert Emissionen und erleichtert den Alltag spürbar.
Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
Was hat Kochen mit Klimaschutz zu tun
Kagera hat rund zwei Millionen Einwohner, von denen etwa 90 Prozent ausschließlich mit Feuerholz oder Holzkohle kochen. Beim Kochen auf offenem Feuer geht viel Energie verloren: Die meiste Hitze entweicht ungenutzt in die Umgebung. Um den täglichen Energiebedarf zu decken, müssen stetig Bäume gerodet werden. Der Wald verliert dadurch seine lebenswichtige Funktion als natürlicher CO2-Speicher. Für die Menschen bedeutet das offene Feuer zudem eine massive Belastung. Der dichte Rauch in den Küchen führt zu schweren Augenreizungen und Atemwegserkrankungen. Gleichzeitig müssen die Familien einen großen Teil ihres Einkommens für den Kauf von Holzkohle ausgeben oder viel Zeit für die Suche nach Feuerholz aufbringen, was besonders Frauen und Kinder betrifft.
Wissenstransfer für sauberes Kochen
Die Kagera Coffee Union (KCU) hat das Problem erkannt und sich von einem erfolgreichen Nachbarprojekt in Malawi inspirieren lassen. Expertinnen und Experten aus Malawi reisten nach Tansania, um die kleinbäuerlichen Gemeinschaften in Bujugo und Buhendangabo direkt vor Ort zu schulen. Das Besondere an diesem Ansatz die aktive Einbindung der Menschen vor Ort: Die Gemeindemitglieder bekommen die Öfen nicht einfach geliefert, sondern lernen jeden Arbeitsschritt selbst – vom Sammeln und Prüfen der lokalen Tonproben über das Formen der Herde bis hin zum fachgerechten Brennen. Die fertigen Kocher werden anschließend für einen geringen Preis an die Familien verkauft, gewartet und im Alltag begleitet.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Der neue Herd erzeugt bei der Nutzung deutlich weniger Asche und beißenden Rauch, was die Lungen und Augen der Familien spürbar entlastet. Da das Feuer im Tonofen besser abgeschirmt ist, sinkt zudem die Verbrennungsgefahr für Kinder drastisch.
Zeit für andere Aufgaben
Die Öfen bündeln die Hitze effizienter, wodurch die Mahlzeiten eine wesentlich kürzere Garzeit haben. Da zudem weniger Feuerholz gesammelt werden muss, gewinnen die Familien wertvolle Zeit, die sie für sich selbst oder landwirtschaftliche Arbeiten nutzen können.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Mit einer Energieersparnis von mindestens 20 Prozent sinkt der Bedarf an Holz und Holzkohle erheblich. Die natürlichen Wälder der Kagera-Region werden vor Abholzung geschützt und können ihre wichtige Rolle als CO2-Senke für das globale Klima beibehalten.
Lokale Wertschöpfung
Die gemeinsame Ausbildung in der Ofenherstellung schafft handwerkliche Kompetenzen direkt in den Dorfgemeinschaften. Zusätzlich geben die Familien weniger Geld für den Zukauf von teurem Brennmaterial aus.
Stimme aus dem Projekt

Lasst uns nun gemeinsam einen Beitrag zu Umweltaktivitäten leisten, indem wir Initiativen zur Reduzierung von Kohlendioxid unterstützen und unsere Mutter Erde besser und nachhaltiger erhalten.
— Catherine Gimbika, Kagera Coffee Union (KCU)
So funktionieren die Tonöfen
Transparenz: Register & Dokumente
Als registriertes Klimaschutz-Kleinprojekt wird die Umsetzung durch den Umweltbeauftragten der KCU überwacht. So wird sichergestellt, dass die lokal gefertigten Öfen reibungslos funktionieren und die angestrebten Klimaschutzziele zuverlässig erreicht werden.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
Unsere Partnerorganisation
Dieses Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den Fair-Trade-Pionieren GEPA und El Puente sowie in Kooperation mit deren langjährigem Handelspartner für Kaffee, der Kagera Coffee Union (KCU), umgesetzt. Vor Ort werden die Kleinbauernfamilien von den landwirtschaftlichen Berater:innen der KCU unterstützt, in technischen Fragen geschult und beim Umweltschutz begleitet. Misereor stand dem Projekt begleitend zur Seite.

















