In den überschwemmungsgeprägten Deltaregionen Bangladeschs ist Brennholz knapp, und beim Kochen entsteht häufig gesundheitsschädlicher Rauch. Mehr als 90 % der Haushalte nutzen dafür offene Feuer oder einfache Öfen. Frauen übernehmen dabei einen Großteil der Arbeit rund um das Sammeln von Brennstoff und das Kochen. Der Banglar Unan Herd wurde gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften entwickelt, erprobt und weiter verbessert. Er ist effizient, vielseitig und an die lokalen Bedürfnisse angepasst.
Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
Was hat Kochen mit Klimaschutz zu tun?
Die Küstenregion Bangladeschs ist stark durch das Delta von Ganges und Brahmaputra geprägt. Überschwemmungen und versalzene Böden erschweren vielerorts die landwirtschaftliche Nutzung, und Brennholz ist für viele Haushalte ein wichtiger Energieträger. Mehr als 90 % der Haushalte kochen auf traditionellen, wenig effizienten Öfen oder offenen Dreisteinfeuern. Entsprechend hoch ist der Bedarf an Brennstoff, dessen Sammlung häufig Zeit und Wege erfordert. Gleichzeitig erhöht der kontinuierliche Holzverbrauch den Druck auf lokale Waldressourcen, darunter auch Mangroven, die für den Küstenschutz wichtig sind. Beim Kochen entsteht zudem Rauch, der die Luft in den Häusern belastet und gesundheitliche Folgen haben kann. Der Banglar Unan Herd setzt hier an und trägt dazu bei, den Brennstoffverbrauch zu senken und die Rauchbelastung zu verringern.
Vom Dreisteinfeuer zum Banglar Unan
Der Banglar Unan Herd wurde gemeinsam mit Dorfkomitees entwickelt und über mehrere Entwicklungsstufen erprobt. Dabei sind Erfahrungen von Nutzerinnen zentral in die Gestaltung eingeflossen. Der Herd besteht aus langlebigen Materialien wie Gusseisen, Edelstahl und hitzebeständiger Isolierung. Haushalte erhalten einen Zweibrenner, der je nach Saison drinnen mit Schornstein oder draußen genutzt werden kann. Durch seine Bauweise nutzt er Brennstoffe deutlich effizienter und kann den Holzverbrauch im Vergleich zu traditionellen Öfen stark reduzieren. Gleichzeitig verringert sich die Rauchentwicklung beim Kochen. Die Christian Commission for Development in Bangladesh (CCDB) begleitet das Projekt durch Schulungen, Wartung und regelmäßige Betreuung. So wird die Nutzung langfristig in den Gemeinschaften verankert.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Weniger Rauch in engen Hütten reduziert Atemwegserkrankungen bei Frauen und Kindern deutlich. Schornstein leitet Abgase sicher ab. Keine Verbrennungen mehr am offenen Feuer.
Zeit für andere Aufgaben
Bis 75% weniger Holzsuche – Frauen und Kinder sparen viel Zeit bei der täglich Holzsuche. So bleibt mehr Zeit für Felder, Familie und Bildung.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Deutlich weniger Holzeinschlag schont Mangrovenwälder im Delta. Pro Herd werden bis zu 3 t CO₂/Jahr eingespart. Gold Standard geprüft und transparent.
Lokale Wertschöpfung
Lokale Produktion und Wartung schaffen Jobs. Familien sparen Ausgaben für Brennholz.
Stimme aus dem Projekt

„Die Herde sind einfach zu bedienen, verbrauchen deutlich weniger Holz und sind sicherer als offene Feuer. Besonders praktisch ist die Hybrid-Variante: Mit Schornstein in der Regenzeit drinnen, in der Trockenzeit draußen. Unsere Familien haben weniger Atemprobleme, mehr Zeit und spürbar weniger Ausgaben.“
— Mitglied des Dorfkomitees Patharghata
So funktioniert der Banglar Unan Herd
Transparenz: Register & Dokumente
Dieses Projekt ist im Gold Standard Register einsehbar; dort können stillgelegte Zertifikate transparent nachvollzogen werden.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
Unsere Partnerorganisation
Die Christian Commission for Development in Bangladesh (CCDB) arbeitet seit Jahrzehnten nach dem Prinzip der Partizipation: Die betroffenen Gemeinschaften entwickeln ihre Lösungen selbst. Gemeinsam mit den Frauengruppen von Barguna und Bagerhat entstand 2019 das 10-jährige Herd-Programm – von der Konstruktion über Produktion bis Schulung. Als Partner von Brot für die Welt verknüpft CCDB Klimaschutz nahtlos mit Armutsbekämpfung und Anpassung an den Klimawandel im gefährdeten Deltagebiet.












