Kochen und Wasseraufbereitung sind zwei grundlegende Versorgungsbereiche in in vielen ländlichen Regionen Ruandas. Das Projekt unterstützt Haushalte in verschiedenen Regionen Ruandas dabei, ihre Kochpraktiken weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die Verbreitung von rund 6.000 energieeffizienten Kochstellen. Ergänzend dazu wurden in den Projektregionen Wasserfilter an Haushalte verteilt. Diese Zusatzmaßnahme ist nicht Teil der Klimazertifizierung, trägt jedoch im Alltag vieler Familien zu einer verbesserten Wasserversorgung bei.
Zwei Ansätze, die ineinandergreifen: effizienteres Kochen und ein erleichterter Umgang mit Trinkwasser.
Quick Facts
Beitrag zu den SDGs
Sauberes Kochen und Wasser Ruanda
In vielen Haushalten wird auf traditionellen Feuerstellen gekocht. Diese benötigen vergleichsweise viel Brennholz und erzeugen Rauch, insbesondere in Innenräumen. Gleichzeitig bleibt Brennholz für viele Familien ein zentraler Energieträger, der häufig aus den umliegenden Wäldern stammt. In einigen Regionen geraten diese Ressourcen zunehmend unter Druck, was den Aufwand für das Sammeln erhöht.
Diese Aufgabe wird überwiegend von Frauen und Kindern übernommen. Sie sind daher nicht nur zeitlich besonders belastet, sondern auch stärker den gesundheitlichen Auswirkungen von Rauch ausgesetzt. Auch der Zugang zu sicherem Trinkwasser ist in vielen ländlichen Gebieten begrenzt. Wasser wird häufig aus lokalen Quellen wie Brunnen oder Flüssen entnommen und vor der Nutzung abgekocht – was zusätzlichen Brennstoff erfordert
Effizientere Kochherde und ergänzende Lösungen
Kern des Projekts ist die Verbreitung verbesserter Kochstellen (Improved Cook Stoves, ICS). Diese werden lokal hergestellt und in Haushalten installiert. Durch eine effizientere Verbrennung benötigen sie weniger Brennholz, um die gleiche Leistung zu erbringen wie traditionelle Feuerstellen. Dadurch werden sowohl der Brennstoffbedarf als auch die damit verbundenen Emissionen reduziert.
Die Berechnung der Emissionsminderungen basiert ausschließlich auf diesen effizienteren Kochherden und folgt der Gold-Standard-Methodologie für Energieeffizienzmaßnahmen.
Ergänzend wurden Wasserfilter in den Projektregionen verteilt. Diese funktionieren ohne Energieeinsatz und ermöglichen es, Wasser direkt aufzubereiten, ohne es abkochen zu müssen. Sie sind nicht Teil der Zertifizierung, können aber dennoch den Bedarf an Brennholz im Alltag zusätzlich verringern und zur Verbesserung der Wasserqualität beitragen.
Was sich im Alltag ändert
Gesundheit & Sicherheit
Weniger Rauch in Innenräumen bedeutet spürbar weniger Atemwegserkrankungen bei Frauen und Kindern. Wasserfilter entfernen Keime effektiv – weniger Infektionen durch trübes Wasser. Sicher Kochen ohne offene Feuerstellen.
Zeit für andere Aufgaben
Holzsuche und Wasserkochen werden deutlich reduziert. Frauen gewinnen 1–2 Stunden täglich zurück – Zeit für Felder, Kinder oder Einkommen. Mehr Raum für Familie und Weiterbildung.
Umwelt, Wälder & Klima geschützt
Der Holzverbrauch sinkt um 50%, was Ruandas Wälder entlastet. Gold Standard geprüfte CO₂-Einsparungen sind transparent dokumentiert. Bessere Bodendeckung und Wasserkreislauf.
Lokale Wertschöpfung
Herde und Filter entstehen in lokalen Werkstätten und schaffen Jobs. Haushalte sparen 30–50 USD jährlich an Brennholz – direkter wirtschaftlicher Gewinn vor Ort.

Eine Teilnehmerin aus dem Projekt beschreibt ihre verbesserte Lebenssituation so:
„Vorher kochten wir 3 Stunden täglich. Jetzt reicht eine Stunde – und unser Wasser ist ohne Kochen sauber. Meine Kinder sind gesünder, ich habe Zeit für unser Feld.“
— Pauline, Mutter aus NgororeroDonatha aus Shyogwe hat eine neue Kochstelle erhalten und berichtet von ihrer Erfahrung:
„Wenn ich koche, lege ich nur ein Stück Holz in den Ofen und beschäftige mich mit meinen Arbeiten im Haushalt, wie dem Säen von Samen auf meinem Land, der Säuberung meines Grundstücks, die Versorgung von meinem Vieh mit Gras und manchmal schaffe ich es sogar in die Kirche zu gehen, um mit dem Chor zu üben und zurückzukommen, wenn die Bohnen bereits gekocht sind und bereit zum Essen. Ich habe festgestellt, dass die Verwendung des Ofens meine Küche sauberer sein lässt, weil beim Kochen nicht viel Asche, Rauch und Staub entsteht. Außerdem ist die benötigte Menge an Brennholz bemerkenswert reduziert. Vorher stand uns ein Bündel Holz nur eine Woche zur Verfügung, aber jetzt nutzen wir es für drei Wochen!“
So funktionieren Herd und Wasserfilter
Vom Herd zur Wirkung
Kurzfilm zurm Projekt
Transparenz: Register & Dokumente
Dieses Projekt ist im Gold Standard Register einsehbar; dort können stillgelegte Zertifikate transparent nachvollzogen werden.
Wenn Sie tiefer ins Projekt einsteigen möchten, finden Sie hier Projektunterlagen und Erfahrungsberichte.
- Project Design Document (pdf, 5,2 MB)
- Projekt Update: Erstes Halbjahr 2021 (pdf, 430,0 KB)
- Fallbeispiel Pascasie Mukankusi (pdf, 332,8 KB)
- Fallbeispiel Annonciatta Mukanyindo (pdf, 308,5 KB)
- Fallbeispiel Liliane Umutoniwase (pdf, 203,4 KB)
- Fallbeispiel Patricia Nyiranshimiryo (pdf, 299,3 KB)
- Fallbeispiel Eulalie Muraguimana (pdf, 301,6 KB)
- Fallbeispiele aus der RDIS Praxis (pdf, 181,5 KB)
- Reports from the field (09/2018) (pdf, 273,3 KB)
- RDIS organized Workshop together with United Evangelical Mission (pdf, 128,3 KB)
- Monitoring Report 2019
- DW-Doku zum Kochofenprojekt von RDIS in Ruanda
Unsere Partnerorganisation
Der Rural Development Interdiocesan Service (RDIS) ist die Partnerorganisation von Brot für die Welt in Ruanda und unterstützt die lokalen Gemeinden in der Förderung nachhaltiger Entwicklung. Mit dem Bau von 6.000 Kochstellen und der Verteilung von 6.000 Wasserfiltern wirkt RDIS den beschriebenen negativen Aspekten entgegen – und bringt dabei die Bevölkerung von Anfang an aktiv mit ein.













